Mordfall: Der Raubmord in Rhaunen
 

Kein örtliches Ereignis der Nachkriegszeit nach dem 1. Weltkrieg hat die Bewohner von Rhaunen und Umgebung so erregt und erschüttert, wie die Nacht vom 5. zum 6. Juni 1919, in der der allseits beliebte Apotheker Georg Hartmann das Opfer eines nächtlichen Mordanschlages wurde.

Der Mord-Anschlag

Unter dem Vorwand, sie bedürften unbedingt Arznei, verschafften sich zwei Männer Einlaß in die Apotheke. Die Täter schlugen ihr Opfer nieder und erwürgten es anschließend mit einer Schlinge. Als die beiden dann das ganze Haus nach Geld durchsuchten, wurden sie von der Tochter des Apothekers überrascht, die daraufhin von ihnen mit einem Holzknüppel zu Boden geschlagen wurde.

Die Fahndung nach den beiden der Tatverdächtigten durch die Staatspolizeidirektion Saarbrücken führte zur Verhaftung des Maurers August Minnich aus Rhaunen und des Schlachtmeisters Christian Bock aus Köln.

 

Der Gerichts-Prozess

Die beiden Täter standen am 5. Juli 1919 vor einem Trierer Gericht unter Anklage, „...gemeinschaftlich, vorsätzlich und mit Überlegung den Apotheker Hartmann getötet, eine Kassette mit 700 Mark Inhalt, Wertpapiere und andere Dinge geraubt und die Tochter des Ermordeten körperlich mißhandelt zu haben“.

Das Urteil lautete gegen jeden der Täter auf Todesstrafe und drei Jahre Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte und Stellung unter Polizeiaufsicht. Noch im selben Monat wurden die beiden Raubmörder zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt.