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Die "Adler-Apotheke" oder besser "die Apothek"
in Rhaunen hat nicht nur eine fast 200-jährige Tradition aufzuweisen,
sondern war auch immer eng mit dem Leben und Ergehen aller Rhauner
Bürger verbunden.
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1.Erwähnung
einer Rhauner Apotheke |
Die erste Erwähnung einer Rhauner Apotheke erfährt
man durch ein Schreiben von Michael Dielmann aus
dem Jahre 1794, wo es heißt: "... für Herrn Maul
4 Ecken in die gut Stub und 4 Ecken in die Apotöck
gemacht."
Herr Maul war Wundarzt, wohnte im heutigen Haus
Blatt und besaß, wie damals üblich, eine kleine
Dispensieranstalt, die die Bevölkerung mit den notwendigsten
Medikamenten versorgen konnte. |
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Offizielle
Gründung |
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Eigentlicher Gründer der heutigen Apotheke war
aber Friedrich Drosse (siehe Bild: Arzneifahne
von Drosse), der am 18. April 1835 einen Antrag
an die Regierung zu Trier „... um gnädigste Erteilung
der Consession zur Etablierung einer Apotheke“
stellte. Als Begründung für die Konzession gab
er an, daß Rhaunen „Hauptort des Bezirks“ sei,
„Sitz der Bürgermeisterei ... Sitz eines Notars
... und noch anderer Angestellter“.
Am 24. August 1835 erhielt Herr Drosse die Genehmigung
zum Betreiben der „Dross`schen Apotheke“. Somit
hat Rhaunen eine der ältesten Apotheken des Hunsrücks.
Ob Friedrich Drosse das jetzige Apotheken Haus
gebaut oder erworben hat, blieb bisher ungeklärt.
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Seit
1898 heißt die Apotheke "Adler-Apotheke" |
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Um 1870 übernahm der Apotheker Becker diese Apotheke,
die von nun an den Namen „Becker´sche Apotheke“
führte.
Zur Zeitspanne 1881 bis 1885/86 erreichte uns
ein Brief von Richard Alff. Auschnitte daraus:
"Mein Urgroßvater Johann Mathias Alff
(geboren 12.11.1853 in Trier, gestorben am 25.10.1903
in Busendorf = Buzonville/Lothringen - siehe Bild
rechts) war von 1881 - 1885/86 Apotheker in Rhaunen.
Ob er Inhaber oder Verwalter/Angestellter der
Apotheke war, ist mir nicht bekannt; ihren Ausführungen
zufolge war er wohl nicht Inhaber der Apotheke."
(...)
"Daß mein Urgroßvater on 1881
bis 1885/86 Apotheker in Rhaunen war, steht außer
Zweifel, auch wenn es hierfür keine direkten
(schriftlichen) Nachweise/Beweise gibt. Neben
einigen wenigen anderen Hinweisen (Karte vom Dezember
1881, mit der Apotheker Johann Mathias Alff, Rhaunen,
und Magdalena Roth ihre Verlobung anzeigen/Brief
meiner Ururgroßmutter om 21.08.1883, den
sie während eines Beuschs bei ihrem Sohn
und dessen Familie in Rhaunen geschrieben hat)
läßt sich vor allem daran festmachen,
daß seine drei ältesten Kinder, nämlich
Johann Mathias Alff (geb. 28.04.1883), Anna Maria
Alff (geb. am 05.07.1884) und Caroline Alff (geb.
28.10.1885) in Rhaunen geboren wurden.
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1887 kaufte Apotheker Grein das Gebäude (siehe
Bild: die Apotheke um 1889). Aus der damaligen
Zeit existiert noch das offizielle Giftbuch, in
dem Kunden aufgeführt werden, wie: Feldhüter,
Fabrikant, Oekonom, Rasierer, Hirt, Kammerjäger
und Beschneider.
Von 1896-1898 besaß Oskar Neß die Apotheke. Nach
1898 wurde sie von Apotheker Georg Hartmann übernommen
und heißt seitdem "Adler-Apotheke". Interessant
sind Angaben aus dem damaligen Kaufvertrag: Kaufsumme
12.000 M für Gebäude und Grundstück, 3.000 M für
Apothekeneinrichtung und vorhandene Waren und
49.000 M für die Konzession.
Eine traurige Berühmtheit erlangte die Apotheke
durch den Mordanschlag
auf den Apotheker Georg Hartmann in
der Nacht vom 5. zum 6. Juni 1919.
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Seit
1963 führt Familie Jaenicke die Apotheke |
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Edmund Ruppert erwarb nach dem Mord die Apotheke
von den Erben und führte sie bis zu seinem Tode
im Jahre 1955. Danach verpachtete seine Frau die
Apotheke an die Apothekerin Maria Kiefer und danach
an Apothekerin Annie Bohr (geborene Braun)
Zu Frau Annie Bohr (geborene Baun) schreibt uns
ihre Tochter Sigrid Wald: "Meine Mutter kam
wohl ab Sommer 1960 nach Rhaunen. Sie hieß damals
noch Braun und hat einige Monate später ihren
zweiten Mann Dr. Bohr geheiratet. Dieser war Arzt
am Kirner Krankenhaus, wollte sich aber nach einiger
Zeit als selbständiger Arzt niederlassen. In Rhaunen
gab es damals drei Ärzte, so dass es für ihn etwas
eng geworden wäre. Schließlich ließ er sich in
Trier nieder. Meine Mutter hat ihm beim Aufbau
seiner Praxis in Trier geholfen und (leider) ihren
eigenen Beruf nicht mehr ausgeübt. Sie hatte vorher
in einer Mainzer Apotheke gearbeitet und hat,
als sie nach Rhaunen kam, nicht schlecht gestaunt,
was man damals 1960 so alles in einer Landapotheke
verkaufte. Zu dem Sortiment gehörten z.B. Kosmetika
und man konnte sich in der Apotheke Passfotos
machen lassen. Das Labor war also auch eine Art
Fotostudio. Die Apothekenhelferin Hannelore (Zuname
ist mir nicht mehr bekannt), die meine Mutter
übernahm, hatte beinahe eine Ausbildung als Fotografin
:-) . Die Bilder wurden in der Dunkelkammer am
Ende des Labors entwickelt."
1963 wurde Ulrich Jaenicke dann der neue Leiter
(als Pächter) der Adler-Apotheke Rhaunen
und war damit die 1.Generation der Familie Jaenicke
in Rhaunenund in der Apotheke. (siehe Bild: Apotheker
Ulrich Jaenicke). 1980 übergab er die Pachtapotheke
an seinen Sohn Dr. Ottokar Jaenicke, der sie 1986,
nach dem Tod der Verpächterin A. Ruppert, kaufte
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Die
Adler-Apotheke mit "neuem-altem Gesicht" |
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Im Jahr 1986 - nach dem Kauf der Apotheke - wurde
das Gebäude mit Hilfe des Denkmalschutzes restauriert
und zeigt jetzt auch durch sein äußeres Bild,
daß es zu den historischen Gebäuden von Rhaunen
gehört. (siehe Bild: die Apotheke nach der Renovierung).
Weitere Infos dazu finden Sie auf unserer Seite
zum Thema "Umbau
der Adler Apotheke"
In der Zwischenzeit arbeitet auch Ottokars Sohn
Johannes Jaenicke in der 3.Generation als Apotheker
im heimischen Betrieb mit.
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März
2007: Nach 30 Jahren ist es Zeit den Kittel zu wechseln
... die 3 Generation der Familie Jaenicke übernimmt |
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Ulrich Jaenicke kam 1963 nach Rhaunen und wurde
Pächter der Adler-Apotheke (siehe oben),. Er hatte
damals 3 Angestellte. Es war zu dieser Zeit nicht
ungewöhnlich, dass die Kunden beim Eintritt an
der Apotheken- Tür anklopften. Sein erstes Nebensortiment
war ein Lutscher mit Calcium und "4711"- Parfüm-Produkte.
Sein Sohn Ottokar
Jaenicke wurde Chemiker und wollte
hoch hinaus mit einem Patent von unzerbrechlichem
Kunststoff für Surfbretter. Nach 2 Jahren bröselten
die Bretter, und das Patent war hinfällig. Also
beschloss er 1977 eine Karriere als Apotheker
im Hunsrück zu machen. Er führte den 1.Computer
in der Adler Apotheke ein und restaurierte
das Apotheken-Gebäude nach altem Vorbild.
Sein Sohn Johannes
Jaenicke machte keinen Umweg, sondern
studierte gleich Pharmazie, und kam im Jahr 2003
- nach lehrreichen Erfahrungen in anderen Apotheken
- in die Adler Apotheke. Ab jetzt wehte ein frischer
Wind durch die Räume: eine neue Einrichtung musste
her, der Verkaufsraum
wurde vergrößert, mindestens 6 Computer
sind jetzt in Betrieb, und das Wort "Beratung"
schwebt durch die Luft und wird von dem inzwischen
weitergebildeten Fachapotheker
für Offizinpharmazie ( )
täglich "gelebt". Im März 2007 ubernimmt Johannes
Jaenicke die Adler-Apotheke von seinem Vater.
Lassen wir uns überraschen, was die nächsten Jahrzehnte
bringen.
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